2015 Vortrag Arnhild Herrmann

Stimmig zum Jahresthema „Beziehungen“ berichtete Netzwerkmitglied Arnhild Herrmann anhand zweier Projektbeispiele von den Herausforderungen der internationalen Beziehungsarbeit.

Frau Herrmann leitet zusammen mit Dr. Heinz-Dieter Herrmann das Beratungsunternehmen dr.hermannconsulting, das deutsche und europäische mittelständische Unternehmen  bei der Fördermitttelakquise für Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern unterstützt und begleitet.

Die Aussage „Same same but different“ besagt: „Wir Menschen sind alle gleich und trotzdem unterschiedlich.“ Alle Menschen haben gleiche Rechte egal welcher Nation, welcher Hautfarbe, welchen Geschlechts, welchen Alters und welcher Religion. Durch die begrenzte Laufzeit der Projekte sind die meisten Beziehungen zwar zeitlich begrenzt, aber unabhängig davon ist es Frau Herrmann ein zentrales Anliegen, allen Personen auf Augenhöhe zu begegnen und nicht in Stereotype zu verfallen – was nicht immer einfach ist. „Es muss von Herzen kommen“ ist hierbei die Haltung des Beratungsunternehmens, das aus den beiden Geschäftsführer_innen sowie aus 2 bis 4 freien Mitarbeitenden besteht.

Arnhild Herrmanns Schwerpunkt in ihrem Arbeitsbereich Personalentwicklung ist das Thema Diversity speziell die Vermittlung interkultureller Kompetenz und die Förderung von Frauen in ihrer professionellen und auch privaten Entwicklung. Dies wird im Einzel- oder Gruppencoaching bzw. in Workshops oder Seminaren trainiert.

Zunächst schilderte Frau Herrmann ihre Erfahrungen aus dem auf 2-3 Jahre angelegten „Sheabutter-Projekt“ in Siokoro, einem Dorf im Süden Malis, beauftragt von der Börlind Naturkosmetik GmbH in Calw und in Zusammenarbeit mit der Organisation „Häuser der Hoffnung“ sowie der Kooperative Jingya Bon in Bamako. Die Fördermittel für dieses Projekt wurden vom Bundesministerium für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) über die Fördermittelorganisation sequa zur Verfügung gestellt.

Der in Westafrika beheimatete Karité-Nuss-Baum trägt Früchte, aus deren Kernen in einer langen Prozesskette Shea-Butter gewonnen wird. Wegen seiner besonders hautfreundlichen Eigenschaften wird Shea-Butter bei der Herstellung hochwertiger Salben, Haut-Cremes und anderen Kosmetikprodukten verwendet.

Die Ernte- und Verarbeitungsverfahren der kleinbäuerlichen Sheabutter-Produzenten – meist Frauen - werden dokumentiert und für den europäischen und amerikanischen Markt zertifiziert, so dass bei einem Produktionsüberschuss nicht nur an Börlind Naturkosmetik, sondern auch an andere Firmen – z.B. Body Shop – verkauft werden kann. Ziel des Projekts war es, den ca. 170 Familien in Siokoro und Umgebung nicht nur eine  beständige Einkommensquelle, sondern auch Schulbildung, Gesundheits-versorgung, Alphabetisierung und ganz besonders die Lebensumstände der Frauen zu fördern, die durch ihre Arbeit die Hauptversorgerinnen der Familien sind.

In der zweiten Projektschilderung bekamen die Zuhörerinnen einen Eindruck von einem „Bio-Physalis-Projekt“ in Peru, das von den Unternehmen mymuesli aus Passau und Flores Farm, Stuttgart, gemeinsam durchgeführt wurde. Dabei handelte es sich um den Bio-Anbau und die Verarbeitung von Physalis-Früchten in den Andentälern der Region Cajamarca im Norden Perus. Das Besondere an diesem Projekt für Arnhild Herrmann war, dass sie sich mit den Menschen direkt unterhalten konnte, da sie selbst mehrere Jahre in Südamerika gelebt hat und daher mit Sprache und Kultur vertraut ist. Auch hier ging es darum, Kleinbauern bei der Bio- Zertifizierung ihres Physalis- Anbaus zu unterstützen, notwenige Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen und das örtliche technische Lyzeum mit Arbeits- und Lernmaterial zum Thema zu versorgen.

Für die nicht immer einfache Kommunikation zwischen allen Beteiligten in diesen Projekten ist die dr. herrmannconsulting zuständig, um die verschiedenen Vorstellungen, Sorgen, Wünsche und eventuell auftretende Unstimmigkeiten im Sinne des Projekterfolgs für alle Seiten zufriedenstellend zu berücksichtigen.

Das Zusammentreffen mit diesen ganz unterschiedlichen Menschen, der Einblick in verschiedenste Kulturen und Lebens-, bzw. Arbeitsbereiche ist sowohl eine berufliche Herausforderung als auch eine große persönliche Bereicherung. Arnhild Herrmann wünscht sich, dass noch möglichst viele Projekte dieser Art zustande gekommen, damit die Menschen in ihren Lebensumfeldern viele Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Lebensumstände wahrnehmen können

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