2013 Frauen - Einkommen - Auskommen

Zum diesjährigen Frauenwirtschaftstag waren Frauen aus verschiedenen Branchen zur Podiumsdiskussion eingeladen, um über das Thema „Können Frauen mit ihrem Einkommen auch auskommen“ zu diskutieren.

Auf dem Podium saßen Ulrike Reiche von der DRV Baden-Württemberg, Waltraud Lenhart, Geschäftsführende Gesellschafterin der Leki Lenhart GmbH, Susanne Voigt, Geschäftsführerin der Volkshochschule Kirchheim unter Teck e.V. und Kerstin Mayer, ehemalige Mitarbeiterin der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker. Moderiert wurde von Felicitas Wehnert, Redaktionsleiterin des SWR Stuttgart.

Mit der Frage „was bedeutet Ihnen Geld?“ eröffnete Frau Wehnert das Gespräch, die von allen Teilnehmerinnen mit „Unabhängigkeit“ und „Sicherheit“ und damit auch als sehr wichtig für das Selbstwertgefühl beantwortet wurde. Im anschließenden Gespräch wandte sich Frau Wehnert mit verschiedenen Fragestellungen an die vier Frauen. In den Antworten war man sich – trotz der unterschiedlichen Lebenssituationen und der sehr persönlich geschilderten Erfahrungen der einzelnen Frauen – im Großen und Ganzen einig, dass Frauen zwar auf dem „richtigen Weg“ sind, aber noch weit davon entfernt, wirklich gleichberechtigt zu sein. Frauen sind zwar heute sehr gut ausgebildet, wollen bzw. müssen finanziell unabhängig sein, trotzdem sind Babypausen und Familienplanung immer noch „Karrierekiller“. Nach wie vor ist es ein immenser organisatorischer Aufwand, Beruf und Familie zufriedenstellend miteinander zu verbinden und dabei wird der „Löwinnenanteil“ an Hausarbeit und Kinderbetreuung immer noch von den Frauen geleistet. Ein Raunen ging durch die Zuhörerschaft bei der Bemerkung, dass der Rentenanspruch von Frauen in Baden-Württemberg um fast 50% niedriger ist als bei Männern. Einig waren sich alle darin, dass es wichtig ist, sowohl den Töchtern als auch den Söhnen mit auf den Weg zu geben, dass die Gleichberechtigung nur erreicht werden kann, wenn beide Geschlechter gleichermaßen an Kindererziehung, Haushalt und Erwerbsarbeit beteiligt sind und dass frühzeitig Altersvorsorge betrieben werden muss, unabhängig vom Geschlecht. Allerdings müssen gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich noch viel bessere Bedingungen geschaffen werden, indem z.B. dasselbe Geld für dieselbe Arbeit bezahlt wird, typische Frauenberufe höher entlohnt werden, flexiblere Arbeitszeitmodelle sich etablieren, Kindererziehung anerkannt und bei der Rente berücksichtigt wird, und einiges mehr. Auch die Frage, ob unsere Berufswelt mit ihren hohen Mobilitätserwartungen kompatibel mit Familienplanung sei, wurde von den Teilnehmerinnen angesprochen und mit Blick auf die Generation der eigenen Kinder verneint.

Man ging mit dem Gefühl an das – von der Volksbank Kirchheim freundlicherweise ausgerichtete Häppchen-Buffet, dass es noch viel zu tun gibt, dass das frauen-netzwerken eine wichtige Plattform für Information und Austausch von Frauen ist und dass zu Hause schleunigst die gerne verdrängte Altersvorsorge nochmal gründlich unter die Lupe genommen werden muss.
Die Podiumsdiskussion wurde organisiert von frauen-unternehmen e.V., der Stadt Kirchheim unter Teck, der Volkshochschule Kirchheim, der Bundesagentur für Arbeit Göppingen, dem Netzwerk Fortbildung und der Frauenliste Kirchheim unter Teck.

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