2012 Besuch im Rathaus

Im 13. Jahrhundert wurde Kirchheim von den Herzögen zu Teck vom Marktort zur Stadt erhoben. Ausgangs des 14. Jahrhunderts verloren die Herzöge die Stadt Kirchheim an die Grafen von Württemberg.

Zu jener Zeit entstand an der Stelle des heutigen Marktplatzes ein zweistöckiges Rat- und Kaufhaus für den täglichen Lebensmittelmarkt, das 1455 erstmals erwähnt wurde. Schon dieses Gebäude hatte Satteldach und Glockentürmchen. Es stand bis zum Stadtbrand im Jahre 1690 für das Marktgeschehen zur Verfügung. Im Erdgeschoß befanden sich Verkaufsstände und Waage, im Obergeschoß tagten Gericht und Rat von Stadt und Amt Kirchheim.

Nach dem verehrenden Stadtbrand konnte man sich nicht einigen, wer nun den Wiederaufbau des Kirchheimer Rathauses finanzieren sollte. Die Auseinandersetzungen zwischen den Württembergischen Herzögen und den Stadtregierenden verhinderten über 30 Jahre lang einen Rathausneubau.

Herzog Eberhard Ludwig war mit Spanischem Erbfolgekrieg (1701-1714) und Schlossbau zu Ludwigsburg voll ausgefüllt und schließlich entschieden die Kirchheimer Stadtverantwortlichen den Neubau ohne die Hilfe der Württemberger zu stemmen. 1724 war das bis heute erhaltene Rathaus endlich fertiggestellt.

In den geschichtsträchtigen Mauern residiert heute Angelika Matt-Heidecker, Oberbürgermeisterin von Kirchheim unter Teck, in zweiter Amtszeit. Die Juristin wurde im Dezember 2011 mit großer Mehrheit wiedergewählt. Als Netzwerkmitglied lud sie ins Rathaus ein und gab den Besucherinnen einen Einblick in ihre Arbeit.

Das Organigramm der Stadtverwaltung weist nur zwei Dezernate auf, eines geführt von Angelika Matt-Heidecker, das zweite von Bürgermeister Riemer. Das zeigt, wie straff die Verwaltung in Kirchheim organisiert ist, denn andere Städte dieser Größenordnung leisten sich mehr Dezernatsleiter. Im Dezernat I, unter der Leitung von Frau Matt-Heidecker, sind Hauptkämmerei, Stadtkämmerei, Kultur und Soziales eingebunden. Das Dezernat II umfasst Hoch- und Tiefbauamt, Planung sowie Recht, Sicherheit und Ordnung.

Die Stadt Kirchheim unter Teck ist der zweitgrößte Arbeitgeber am Ort und die Stadtchefin setzt sich weiter ein für eine lebendige Stadt mit solider Infrastruktur und sicheren Arbeitsplätzen. Sie treibt die Sanierung des Stadtkerns voran, weil sie möchte, dass die Bewohner in der Innenstadt wohnen bleiben wollen.

Angelika Matt-Heidecker genießt hohen Respekt in der Bevölkerung wie im Rathaus. Für sie gibt es nichts spannenderes, als eine Stadt in vielfältiger Weise mitgestalten zu können. Jede Entscheidung, die in dieser Stadt gefällt wird, geht über ihren Tisch. Damit lastet eine hohe Verantwortung auf ihren Schultern, die sie jedoch mit Bravour und Elan meistert.

Die Oberbürgermeisterin legt größten Wert auf einen kooperativen Führungsstil. Das zeigt sich in den Sitzungen, die sie leitet, in den Ausschüssen, denen sie angehört und in der täglichen Arbeit mit ihr, wie Besucherinnen aus dem Netzwerk schildern.

Zum Abschluss des Besuches im Rathaus durften die Netzwerkerinnen den Blick von der Aussichtsplattform des Rathausturms genießen. Der Weg führte über das breite knarzende Holztreppenhaus des Fachwerkbaus hinauf zu einer schmalen Türe, hinter der sich eine enge hölzerne Stiege zum Turm befindet. Die im Original erhaltenen ausgetretenen Stufen sind so schmal, dass immer nur eine Person rauf- oder runtersteigen kann. Die Geländerstangen entlang der Treppe, vom jahrhundertelangen Festhalten an manchen Stellen ausgetauscht, sitzen jedoch fest in der Verankerung und geleiten die Besucherinnen sicher nach oben.

Auf der Aussichtsplattform hat man einen herrlichen Rundumblick auf Kirchheim und seine Umgebung und es lassen sich Dachgärten und -terrassen auf den umliegenden Häusern entdecken, von denen man nie vermutet hatte, dass es sie gibt. An einem klaren Tag reicht der Blick über die Dächer der Innenstadt hinweg hinüber zur Teck, den Albtrauf entlang Richtung Lenninger Tal bis rüber zum Hohen Neuffen.

Das UnternehmerinnenNetzwerk dankt Frau Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker herzlich für den informativen Einblick in ihre Arbeit. bm

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