2010 Klärwerk Neckartenzlingen

Im Mai war das Unternehmerinnen-Netzwerk frauen-unternehmen e.V. beim Kunden eines Netzwerkmitgliedes zu Besuch. M. Urhan, Environmental Consulting, hatte zu einer Führung durch das Klärwerk Neckartenzlingen eingeladen. Dabei ging es um etwas Lebensnotwendiges: unser Wasser.

Mehr als eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Vier Fünftel aller Krankheiten in Entwicklungsländern werden durch verschmutztes Trinkwasser und fehlende sanitäre Anlagen verursacht. Täglich sterben viereinhalbtausend Kinder an Krankheiten, die durch unsauberes Wasser übertragen werden. Moderne Abwasser-Technologien können jedoch zur Lösung der Wasserprobleme beitragen.

In Ihrem Unternehmen Environmental Consulting berät M. Urhan Firmen in aller Welt zum Thema Wasser und Abwasserbehandlung. Die Ingenieurin überprüft Planung und Bau von Kläranlagen und nimmt sie in Betrieb. Sie erstellt Expertisen und ist in Deutschland Beauftragte für Gewässer, Umweltschutz und Immissionsschutz. Seit zwei Jahren arbeitet Frau Urhan auch bei der Deutschen Akkreditierungsgesellschaft (DakkS) als Gutachterin für ISO 14.001 Umweltmanagementsysteme.
Auf der Kläranlage in Neckartenzlingen, an der die Nachbargemeinden Altenriet, Schlaitdorf und Walddorfhäslach angeschlossen sind, unterstützt Frau Urhan die Belegschaft in der Betriebsführung der Anlage. Wie der Neckartenzlinger Bürgermeister Herbert Krüger in seiner Begrüßungsrede hervorhob, mache die steigende Zahl der Einwohner, sowie neue Gesetzesvorschriften eine stetige Erweiterung und Verbesserung der Kläranlage notwendig.
An der Schautafel des Klärwerkes demonstrierte Frau Urhan der Besuchergruppe anschaulich, auf was es bei einer zeitgemäßen Abwasserklärung ankommt. Seit 2006 ist die biologische Reinigungsstufe ausgebaut worden, im Herbst 2010 kommt ein Blockheizkraftwerk (BHKW) hinzu. Die kurzfristige Umsetzung dieser Maßnahmen wird durch Einspar-Contracting erreicht, ohne daß der Gemeinde zusätzliche Ausgaben oder finanzielle Risiken entstehen. Der Contractor übernimmt dabei als Auftragnehmer sämtliche Investitionen und Betriebskosten für das BHKW und erhält im Gegenzug über die Laufzeit des Contractings die tatsächlich erzielten Einsparungen beim Strombezug der Kläranlage. Das BHKW wird hierbei sofort Eigentum der Gemeinde. Die rasche Umsetzung ermöglicht auch die Inanspruchnahme von Fördermitteln und die Einsparung von 120 Tonnen CO2 pro Jahr.

Das Unternehmerinnen-Netzwerk dankt Bürgermeister Krüger, der die Möglichkeit eröffnete, das Klärwerk zu besichtigen. Besonders informativ waren die Ausführungen von Frau Urhan, die zum Nachdenken angeregt haben und einen Eindruck vermittelt haben über die vielseitigen Aufgaben, die täglich auf einer Kläranlage zu bewältigen sind bm

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