2009 VergolderWerkstatt

Das UnternehmerinnenNetzwerk frauen-unternehmen e.V. Kirchheim/Teck hatte im November 2009 zur Betriebsbesichtigung nach Frickenhausen-Linsenhofen eingeladen. Dort bearbeitet und gestaltet Claudia Bachofer Oberflächen mit Blattmetallen wie Gold, Silber oder Weißgold. Gemeinsam mit ihrem Team restauriert die Meisterin im Vergolderhandwerk wertvolle Möbelstücke, Spiegelrahmen oder Kerzenleuchter. Sie stellt Bilderrahmen her und entwickelt Konzepte für die Gestaltung von Hotels, Yachten und Privaträumen

 

Ein Spezialgebiet von Claudia Bachofer ist die Polimentvergoldung. Sie ist die edelste aber auch aufwendigste Technik der Blattvergoldung. Schon die alten Ägypter haben so vergoldet. Erste gesicherte Aufzeichnungen darüber stammen vom Geschichtsschreiber Plinius, etwa 63 v. Chr.

Die sechzehn Besucher konnten in der Werkstatt alle Schritte mitverfolgen, die für eine solche Vergoldung nötig sind: Stammleim übernimmt als Grundierung die tragende Funktion und verbessert die Haftung zwischen Untergrund und nachfolgenden Kreideschichten. Dieser Leim wird aus Haut und Knochen gewonnen und dringt gut in die Poren des Holzes ein. Darauf wird ein Kreidegrund aufgetragen, eine stabile und dickflüssige Leimfarbe, für die gerne die Farben rot oder gelb gewählt werden. Durch wiederholtes Trocknen und Schleifen können Poren, Holzmaserungen oder Riefen eingeebnet werden. Die Zwischenschliffe lassen eine glatte Fläche entstehen, einen weichen, polierbaren Untergrund, der für die Blattgoldbearbeitung benötigt wird. Nach dem Aufbau des Untergrundes wird nun das Blattgold mit dem Netzmittel „angeschossen“. Als Netzmittel kann mit destilliertem Wasser verdünnter Alkohol verwendet werden. Es wird nun ein kleiner Teil des Rahmens mit viel Netze bestrichen und sofort das Blattgold mit Hilfe des Anschußpinsels aufgebracht. Das Blattgold saugt sich durch das Netzmittel auf das Poliment und verbindet sich beim Trocknen damit. Nach zwei bis drei Tagen Trocknung wird das Blattgold dann mit einem Achatpolierstein auf Hochglanz poliert. Will man die Polimentvergoldung zusätzlich schützen, kann man sie mit Schellack oder Zaponlack überziehen.

Polimentvergoldungen von Claudia Bachofer sind im Ludwigsburger Schloß, im Schloß Mannheim oder im Dom zu Worms zu finden.

Der Rundgang endete in einer derzeit angemieteten Werkstatt, in der gerade ein Großauftrag vollendet wird. Die Besuchergruppe wurde von einer „goldenen Statue“ empfangen, die plötzlich zum Leben erwachte und zu tanzen begann. Mit dem Tanz wurde dargestellt, wie heilend, strahlend und spiegelnd „Gold“ ist und wie „Gold“ inneren und äußeren Reichtum für uns Menschen bedeutet. Der anschließende Feuertanz, dargebracht von Gabrielea-Orisha Färber, "www.Feuer-funke.de", symbolisierte die Wärme, den Funken und das Wachstum sowie die Transformation von Zerstörung zu Erneuerung.

Das UnternehmerinnenNetzwerk frauen-unternehmen e.V. bedankt sich herzlich für den wunderbaren Abend in der VergolderWerkstatt. bm

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