2007 Weinhandlung Bronner

Der Wettergott hatte ein Einsehen und bescherte uns einen sonnigen Nachmittag. 13 Mitglieder und zwei Interessentinnen des Unternehmerinnen-Netzwerkes aus Kirchheim/Teck und Umgebung trafen sich am Donnerstag, den 10. Mai 2007 um 17.00 Uhr bei Weinhandlung Bronner in Ludwigsburg, um unserer kulinarischen Rundreise durch frauengeführte Unternehmen eine weitere Station hinzuzufügen.

Das Unternehmen Bronner zählt zu den TOP 10 im Weinfachhandel und wurde 2002 vom führenden Branchenmagazin „Weinwirtschaft“ zum „Fachhändler des Jahres“ gekürt. Zur Begrüßung wurden wir von Inhaberin Nicole Porsch mit einem Glas Sekt empfangen, um ‚eine Lanze für den guten alten Sekt zu brechen, der zu oft hinter dem zur Zeit beliebteren Prosecco zurückstehen muß’. Es gäbe sehr gute einheimische Sektkellereien, deren Produkte im Weinhaus Bronner geführt werden, wie die Inhaberin betont. Weinkunde vom ersten Augenblick an. Nicole Porsch kommt gleich zur Sache, gibt fachkundig Auskunft, weiß offensichtlich, was sie will. Sie ist Ehefrau, Mutter und seit mittlerweile 10 Jahren für die Geschicke des Weinhauses Bronner verantwortlich. ‚Ich arbeite Teilzeit, um für meine kleine Tochter da zu sein; es ist nur eine Frage der Organisation.’ Zur Familiengeschichte gehört, daß der Vater damals eigentlich nicht so recht wollte, daß sie ins Weingeschäft einsteigt. Deshalb studierte sie erst einmal Jura bis zum ersten Staatsexamen und wollte nur in den Semesterferien die Weingegenden Frankreichs kennenlernen. Beim damaligen Aufenthalt wurde ihr aber klar, daß die Juristerei doch nicht so das Richtige für sie ist und sie hängte ein Weinbaustudium dran mit Aufenthalten im Elsaß, in Südfrankreich und auch Kalifornien.
Das Weinhaus setzt auf persönliche Beratung. In allen drei Häusern steht eine Crew von Weinberatern zur persönlichen Betreuung der Kunden bereit. ‚Unsere Klientel sind Privatkunden im Großraum Stuttgart’, sagt Nicole Porsch,’ für die wir Weine mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis anbieten“. Die Marketingstrategie heißt: keine Rabatte auf Liefermengen. Dafür gibt es jede Woche drei Weine zum Sonderpreis. Beworben werden sie in Tageszeitungen mit einem Budget von rund € 250.000 Euro jährlich. Für die Stammkunden gibt es jede Woche einen Newsletter per e-mail.

Bei unserer Weinprobe lernten wir einen leichten Weißwein aus Deutschland kennen, passend für den Sommerabend; Wir nippten an einem für Österreich charakteristischen Weißen und kosteten einen vollmundigen Weißwein aus Neuseeland.

‚Die heute produzierten Weine können meist jung getrunken werden. Das Gros unserer Kunden legt sich keinen Weinkeller mehr an, sondern probiert immer wieder andere Sorten aus. Trends kommen und gehen. Zur Zeit sind Weine aus Neuseeland „en vogue“. Wichtig für das Weinhaus Bronner ist die Qualität. Winzer mit Qualitätsweinen, die ihren Qualitätsstandard auf Dauer halten können, sind gesucht. Regelmäßig werden Weingüter bereist, neue Weine probiert und ins Sortiment aufgenommen’.

Nach einem „amuse gueule“ zwischendurch süffelten wir noch einen Roten aus Frankreich und verglichen ihn mit dem roten Italiener, der im Glas daneben samtig schimmerte. Für jeden von uns war ein feines Tröpfchen dabei. Die eine oder andere nahm beim abschließenden Rundgang durch den Weinkeller ihren Wein gleich mit zur Kasse.

Wir bedanken uns nochmals herzlich bei Frau Porsch für diesen informativen und genußeichen Exkurs in das Reich des Rebensaftes und hoffen, daß die nächste Exkursion ähnlich gehaltvoll ausfallen möge. bm

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